ABLAUF EINER SCHILDDRÜSENOPERATION

Ambulante Vorbereitung

Die Entscheidung für eine Schilddrüsenoperation und die Auswahl des richtigen Operationsverfahrens erfordert verschiedene Voruntersuchungen.

 Zur Beurteilung der Schilddrüse gehören:

  • die Bestimmung der Schilddrüsenwerte im Blut

  • eine Ultraschalluntersuchung

  • eine Szintigraphie der Schilddrüse


Zur Beurteilung der Operations- und Narkosefähigkeit werden benötigt:

  • eine Laboruntersuchung des Blutes

  • manchmal ein EKG

  • evtl. eine Röntgenuntersuchung des Brustkorbes

Zur unmittelbaren Operationsvorbereitung gehört eine Untersuchung der Stimmbandfunktion durch einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt. Diese Untersuchung dauert in der Regel nur wenige Minuten und kann von jedem Facharzt für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde durchgeführt werden. Im St. Agatha Krankenhaus werden ambulante HNO-Untersuchungen jeden Mittwoch zwischen 14.00 und 15.00 Uhr angeboten.

In der Regel werden die Patienten von ihrem Hausarzt oder Nuklearmediziner bereits mit den entsprechenden Untersuchungsbefunden zur ambulanten Sprechstunde überwiesen. Werden vom Chirurgen oder Narkosearzt weitere Untersuchungen benötigt, können diese im Krankenhaus oder bei niedergelassenen Fachärzten durchgeführt werden. In der Ambulanz können dann auch bereits die Operation und die Narkose besprochen und ein OP-Termin vereinbart werden.

Prinzipiell ist es möglich, alle Vorbereitungen ambulant zu treffen, so dass der Patient erst am Morgen des Operationstages in die stationäre Behandlung aufgenommen wird. Alternativ ist auch die stationäre Aufnahme am Vortag der Operation möglich.
 


Abb.: Der Arzt bespricht die Operation mit der Patientin  
 
 
 
 
 

Der Operationstag

Die Schilddrüsenoperation wird in Vollnarkose durchgeführt. Am OP-Tag darf vor der Operation nichts gegessen, getrunken und auch nicht geraucht werden. Die Operationen erfolgen in der Regel zwischen 8.00 und 12.00 Uhr vormittags. Bei der Operation wird an einem Arm eine Infusion (Tropf) angelegt.

Die Operationswunde wird mit einem sterilen Verband verbunden. Meistens werden in die Wunde ein oder zwei dünne Katheter (Drainagen) zum Ableiten von Blut und Wundflüssigkeit eingelegt, die mit kleinen Ablaufbehältern verbunden sind.

 

Abb.:  Postoperativer Verband mit Wunddrainage
 
 

Wenn keine Besonderheiten bestehen, werden die Patienten unmittelbar nach der Operation wieder auf ihr normales Zimmer gebracht. Nur in bestimmten Fällen ist eine vorübergehende Beobachtung auf der Intensivstation erforderlich. Sofort nach der Operation erhalten alle Patienten zum Kühlen und zur Schmerzlinderung eine Eiskrawatte um den Hals. Je nach Verlauf und Schwellung wird diese Eiskrawatte vom Pflegepersonal erneuert und gewechselt.

  

 
Abb.: Eine Krankenschwester erneuert die Eiskrawatte
 

Gegen die Wundschmerzen und die Schwellneigung erhalten die Patienten entsprechende Medikamente. Sollte deren Wirkung nicht ausreichend sein, können über die Infusion (Tropf) jederzeit weitere Medikamente verabreicht werden. Da jeder Mensch Schmerzen ganz anders empfindet, ist es wichtig, dass das Pflegepersonal und die Ärzte über Restschmerzen frühzeitig informiert werden, um entsprechende Maßnahmen einleiten zu können.

Bei glattem Verlauf können die Patienten etwa sechs Stunden nach der Operation wieder trinken und prinzipiell auch essen. Auch die selbstständige Toilettenbenutzung ist in Begleitung einer Krankenpflegeperson möglich. Am Tag der Operation zwischen 16.00 und 17.00 Uhr besuchen die Operateure und Stationsärzte den Patienten. Dann können die Patienten und deren Angehörigen direkt vom Operateur genaue Informationen über den Ablauf erfahren.

  


Abb.: Erstes Gespräch nach der Operation
 
 
 
 
 

Die Tage nach der Operation

Am Tag nach der Operation können die Patienten in der Regel wieder ganz normal essen und trinken. Bei glattem Verlauf werden dann auch die Infusion (Tropf) und die Wunddrainagen entfernt. Dann beginnt das spezielle Rehabilitationsprogramm mit abschwellenden Inhalationen, Atem- und Kryotherapie und  Krankengymnastik. Bei lagerungsbedingten Verspannungen im Nacken oder Rücken werden routinemäßig Fango-Packungen verabreicht, gelegentlich sind Massagen und eine manuelle Therapie erforderlich.

Die Patienten können sich bereits ab dem ersten Tag frei auf der Station bzw. im Krankenhaus bewegen. Wenn der Patient die Pflegestation verlässt, sollte er sich kurz beim Pflegepersonal abmelden. Die Dauer der weiteren Krankenhausbehandlung hängt vom weiteren Verlauf ab. Wenn keine Komplikationen auftreten und die Wunde gut heilt, können die meisten Patienten bereits wenige Tage (meist zwischen zwei und vier) nach der Operation entlassen werden.

Bestehen noch eine stärkere Schwellung, Schluckschmerzen oder ein operationsbedingter Abfall des Blutkalziums, kann im Einzelfall auch mal eine längere stationäre Beobachtung notwendig sein. In jedem Falle wird der Entlassungstermin zwischen dem Patienten und dem Stationsarzt individuell vereinbart. Dann wird auch die weitere Behandlung abgeklärt und festgelegt. Bei der Entlassung erhält jeder Patient seinen individuellen Schilddrüsen-Pass. In diesem sind alle wichtigen Informationen zur Schilddrüsenoperation sowie zur Nachbehandlung dokumentiert.

 
 
 
 

Die ambulante Nachbehandlung

Bei regelrechtem Heilverlauf werden die Wundpflaster und der Hautfaden sieben Tage nach der Operation entfernt. Dies ist sowohl beim Hausarzt als auch in unserer Ambulanz möglich. Da die feingewebliche Begutachtung der Operationspräparate einige Tage erfordert und der definitive Befund bei der Entlassung des Patienten häufig noch nicht vorliegt, kommen die meisten Patienten zum Fadenziehen und zur gleichzeitigen Besprechung der feingeweblichen Befunde sieben Tage nach der Operation erneut in die ambulante Sprechstunde.

Dann wird vom Ambulanzarzt die genaue Nachbehandlung festgelegt. Nach Operation gutartiger Erkrankungen werden in den meisten Fällen Schilddrüsenhormone in einer bestimmten Dosierung verordnet. Nach etwa sechs bis acht Wochen sollten die Schilddrüsenwerte vom Hausarzt oder dem Nuklearmediziner kontrolliert werden. Dann ist eventuell eine Veränderung der Dosis oder der Art der Medikamente erforderlich. Die weitere Behandlung wird dann wieder vom Hausarzt oder dem Nuklearmediziner übernommen. Auch nach einer erfolgreichen Schilddrüsenoperation ist in der Regel eine lebenslange Kontrolle zu empfehlen.